Bis über die Knie standen Julia Schmidt und Beifahrerin Jana Grossmann in Sektion 8 im Wasser. Der Motor ihrer 250er Scorpa hatte sich einen Schluck der braunen Brühe gegönnt und quittierte daraufhin umgehend den Dienst. Jetzt galt es für die beiden Akteurinnen selbst das Gespann auf’s Trockene zu bringen, denn Zuschauer und Minder waren nicht gewillt, sich nasse Füße zu holen.
Da war die Überfahrt nach England schon wesentlich angenehmer gewesen. Während wir unsere Fahrzeuge auf der sauberen und modernen P&O Fähre gut verstaut wussten, konnten wir uns in aller Ruhe von dem freundlichen Personal der Fährgesellschaft bedienen lassen. So erreichten wir völlig relaxt Ashdon, den englischen Austragungsort der Europa-Cup Läufe 7 und 8.
Doch kaum im Fahrerlager angekommen, verdunkelte sich der Himmel und es regnete „Cats and Dogs“, wie der Engländer zu sagen pflegt. Im Morgengrauen hörte es endlich auf. Doch zu spät für die Veranstaltung. Sektionen mussten geändert werden oder wurden völlig – weil unbefahrbar – gestrichen.
Schnell entbrannte ein Zweikampf zwischen den beiden in der Gesamtwertung Erstplazierten. Neil Hannam/Pete Pesterfield (GBR) und Hans-Werner und Christiane Bauss (GER) kämpften Sektion für Sektion um die Punkte. Bauss/Bauss hatten anfangs das bessere Ende für sich, bis dem Fahrer des deutschen Gespanns ein Anfängerfehler unterlief und sich das Team völlig unnötig einen Fünfer einhandelte. Damit war der Weg frei für Hannam/Pesterfield, die sich abends nach 30 Sektionen auf Platz 4, einen Platz vor Bauss/Bauss, platzieren konnten.
Axel Kreutz, Dritter bei den PRE 65, dessen Beifahrer sich in Urlaub befand, stellte sich kurzer Hand seinen achtjährigen (!) Sohn Nico ins Boot und konnte somit wertvolle Europa Cup Punkte sammeln.
Samstagabend durfte im Festzelt aufgrund britischer Gesetzgebung kein Bier verkauft werden. Eine Katastrophe schien sich anzubahnen. Doch der Veranstalter hatte bereits vorgesorgt und stellte einfach eine Spendenbox (das ist erlaubt) auf. Dies führte dazu, dass Einigen der Helm am nächsten Morgen nur sehr schwer auf den Kopf passte.
Bei trockenem Himmel, aber nassem Untergrund waren am Sonntag 40 Sektionen zu bewältigen. Durch die unwägbaren Wetterkapriolen waren einige Sektionen letztlich zu einfach gesteckt, so dass Null-Sektionen zu häufig vorkamen. Völlig in seinem Element bei den Enduro mäßig gesteckten Sektionen war Benoit Dreze (BEL) mit Tochter Belinda im Boot. In Frankreich noch deutlich geschlagen, holte er sich am Samstag den Sieg und am Sonntag wurde er mit einem Ersatzgespann Zweiter. Bauss/Bauss erkämpften sich den fünften Platz, wiederum von Hannam/Pesterfield geschlagen. Axel Kreutz konnte seinen dritten Platz in der Gesamtwertung festigen und Grossmann/Koch mit einem achten und einem neunten Platz vervollständigten die Resultate der deutschen Teams. Alles in allem ein erfolgreiches Wochenende für die Gespanne der MSIG Gressenich und des MSC Porz.
Pünktlich brachte uns die P&O Fähre wieder über den Kanal, nicht ohne, dass wir noch eine gute englische „Cup of Tea“ genossen hatten.
Mäxchen
Gesamtergebnisse: s. www.hw-bauss.de |