Rouge war nicht erwünscht
5. und 6. Lauf zum Sidecar Trial Europa Cup in La Châtre/F
Was in der Damenwelt in der Regel großen Anklang findet, war bei den Gespann-Teams völlig verpönt. Am Samstag fand sich kein Team, dass in der obersten Spur (Rouge) starten wollte. Allzu schwierig hatte der Veranstalter die Sektionen gebaut. So waren sich alle einig, ausschließlich in den anderen Spuren zu fahren. Trotzdem hagelte es Überschläge en masse.
24 Gespanne aus Deutschland, Belgien, England und Frankreich trafen sich zu den Europa Cup 5 und 6 im schönen Städtchen La Châtre, südlich von Orleans. Lediglich 2 Teams aus Deutschland hatten die Anreise von fast 900km auf sich genommen, um die deutschen Farben zu vertreten. Axel Kreutz mit Beifahrer Ralf Büttgen startete in der Pre 65 Klasse. Hans-Werner und Christiane Bauss wollten in der Klasse „Modern“ Punkte sammeln. Schade, dass die anderen deutschen Teams ihr Gefährt lieber zu Hause in der Garage ließen.
Um halb elf begann am Samstagmorgen die Tortur durch die Sektionen. Für die wunderschöne Landschaft, in der das französische Trialgelände liegt, hatten die Teilnehmer kaum Augen, wartete doch schon die nächste Sektion mit Hindernissen, die so manchem den Angstschweiß auf die Stirne trieben. Trotz aller Schwierigkeiten schlugen sich die beiden Teams von der MSIG Gressenich und dem MSC Porz beachtlich. Kreutz/Büttgen kamen in der PRE 65 Klasse auf den dritten Rang und Bauss/Bauss erreichten den nie erwarteten vierten Rang bei den modernen Gespannen. So konnte abends guter Dinge der französischen Küche gefrönt werden. Denn auch das gehört in Frankreich dazu: Gemütliches Zusammensein mit viel Rotwein und an diesem Abend gab’s Scampis dazu. Es soll Fahrer gegeben haben, die ihre liebe Mühe hatten, die netten Tierchen zu enthäuten. Manchmal ist Gespann fahren dann doch einfacher.
Gut gestärkt ging es am nächsten Morgen in den zweiten, leider verregneten Tag. Das Fahrerfeld war durch Verletzungen und verbogene Gespanne nunmehr etwas dezimiert. Immerhin gab es aber drei französische Gespanne, die in der obersten Spur starteten. Durch den Regen waren die Felsen zu einer einzigen Rutschbahn geworden. Bauss/Bauss stürzten mehrfach und rutschten dadurch in der Tageswertung auf Platz acht zurück. Für die PRE 65 Klasse gab es glücklicherweise ein paar Felsen weniger und so konnten Kreutz/Büttgen ohne Sturz ihren dritten Platz vom Vortag wiederholen. Alles in allem eine hervorragende Veranstaltung, an der deutsche Fahrer teilnehmen sollten, denn dann würde manch einer in wahrsten Sinne des Wortes „erfahren“ was Gespann-Trial bedeutet. Und nach der Veranstaltung benötigte ebenfalls niemand „Rouge“, die Köpfe der Teilnehmer glühten auch so im schönsten Rot. |